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Hessenthal

 

Riemenschneideraltar in der Wallfahrtskirche

Die Wallfahrtskirche Hessenthal präsentiert sich als ein Ensemble unterschiedlicher Bauwerke. Die Jahreszahl 1439 im Chorgewölbe zeugt vom Erbauungsjahr der spätgotischen Wallfahrtskapelle. An deren Nordseite wurde die Gnadenkapelle 1454 angebaut. Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erfuhren beide Kirchen eine deutliche Erweiterung. Aufgrund des starken Pilgerandrangs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1954/55 die neue Wallfahrtskirche erbaut.

 

Die alte Wallfahrtskirche ist heute nur noch durch den Innenraum der neuen Kirche möglich. Einst von den Echter von Mespelbrunn als Familiengruft errichtet, schmücken Grabplatten und Epitaphien die Seitenwände. Ein Kunstwerk besonderer Art ist das gewaltige Echterepitaph auf der linken Seite des Chors. 1583 geschaffen zeigt es die Generation des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn.

 

Zur Ausstattung der neuen Wallfahrtskirche zählen bedeutende Kunstwerke. Zunächst fällt die alles überragende Kreuzigungsgruppe hinter dem Hochaltar ins Blickfeld. Sie ist die letzte Arbeit von Hanns Backoffen aus Mainz und stammt aus dessen Todesjahr 1519. Die Gruppe ist ganz aus Stein und im Stil der Renaissance dargestellt.

 

Das wohl bedeutendste Kunstwerk ist die Beweinung Christi von Tilman Riemenschneider. Die Beweinungsgruppe zählt zu den Frühwerken des großen Holzschnitzmeisters aus der Zeit um 1485. In den bestehenden Barockaltar wurden sie erst 1728 integriert.

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